Sonntag, 6. August 2017

Ein solider Roman mit historischem Setting, der die Ereignisse in Gysenheim 1359 schildert

Quelle: Amazon Publishing Deutschland
Rebenblut“ von Ellin Carsta ist ein Roman mit historischem Setting, der die Ereignisse rund um die Familie Stauber und Velten im Jahr 1359 erzählt. Erschienen ist der Roman im August 2017 bei Amazon Publishing.

Gysenheim am Rhein, 1359: Schon seit Jahren bestellen Familie Velten und Stauber die gemeinsamen Weinberge. Viel haben die beiden Familien in dieser Zeit gemeinsam erlebt und durchgestanden als sich neues Unheil zusammenbraut. Der Bischof taucht in dem kleinen beschaulichen Ort auf und bietet neue Pachtverträge an. Doch diese stellen die Winzer des Ortes schlechter und so beschließen diese sich mit Hilfe des Advocatus zu wehren. Schnell wird deutlich, dass der Bischof ein Gegner ist, der nur schwer zu bekämpfen ist und dem nichts heilig ist, um sich seine Vorteile zu sichern. Und darüber hinaus muss Familie Velten und Stauber dafür sorgen, dass die Söhne, die sich derzeit auf Geschäftsreise befinden, schnellstmöglich zurückkehren, denn als Frau darf Isabel Velten keine Verhandlungen mit dem Bischof führen.

Dies ist mein erster Roman von Ellin Carsta und von Amazon Publishing, den ich gelesen habe. Es gibt noch einen weiteren Roman, der die Geschichte erzählt, wie beide Familien zusammenkommen. Dieser hat den Titel Rebengold. Rebenblut kann man aber auch ohne Kenntnis des vorherigen Romanes lesen. Ich hatte auf jeden Fall keine Probleme den Ereignissen in diesem Buch zu folgen.
Der Schreibstil der Autorin hat mir sehr gut gefallen und war flüssig zu lesen. Ich mag sehr beschreibende Schreibstile, in denen man sich ein bisschen verlieren kann und die einen ein wunderbares Kopfkino bescheren. Wie die Weinberge der beiden Familien aussehen, konnte ich mir sehr gut vorstellen und ich bin gerne durch ebenjene gewandert.
Auch die Geschichte an sich fand ich durchaus interessant und spannend. Allerdings fehlt mir hier ein wenig die historische Grundlage, so dass ich selber ein bisschen recherchieren kann. Für mich war dieses Buch eher ein Roman mit historischem Setting und kein historischer Roman. Die Personen sind überschaubar und so kann ich das Fehlen eines Personenverzeichnisses noch verschmerzen. Es gibt allerdings auch kein Nachwort, was ich wiederum sehr bedaure. So ist es jetzt einfach nur eine nette Geschichte, aber eben auch nicht mehr. Ich weiß weder ob der im Buch geschilderte Fall auf einer wahren Begebenheit beruht, noch ob dieser Fall überhaupt in irgendeiner Weise realistisch ist. Meine eigene Google-Suche hat mir hierzu leider auch keine wirklichen Erkenntnisse geliefert und leider konnte ich auch keine Webseite finden, die mir die Arbeitsweise der Autorin näher gebracht hätte.
Die Rollenverteilung in diesem Buch ist klar zwischen Gut und Böse aufgeteilt, so dass man die Charaktere schnell zuordnen kann. Dies hat mich allerdings nicht weiter gestört. Die beiden Winzer-Familien waren mir durchgehend sympathisch und auch der Abt des Klosters und der Erzbischof sind mir in positiver Erinnerung geblieben. Den verschlagenen und gierigen Bischof, der die Winzer um ihre wichtigen Einnahmen erleichtern will, kann man aus tiefstem Herzen verabscheuen.
Was mich hingegen gestört hat, ist, dass viele Ereignisse auf der einen Seite viel zu perfekt ablaufen und die Schicksalsschläge wiederum nicht schlimm genug sein können. Dieser Kontrast zwischen beidem war mir ein wenig zu extrem. Eine ausgewogenere Balance zwischen beidem hätte mir defintiv besser gefallen.

Fazit: Wer ein Roman mit historischem Setting und spannender Geschichte sucht, ist bei diesem Roman gut aufgehoben. Wer gerne historische Romane liest, die gut recherchiert sind und einem vergangene Zeiten näher bringen, ist bei diesem Roman eher falsch. Für mich eine solide Geschichte mit historischem Setting für zwischendurch, die von mir 3 Sterne erhält.

Vielen Dank an Amazon Publishing und Netgalley für die Bereitsstellung des Leseexemplares.

Weitere Meinungen zum Buch findet ihr hier:
Die Rezensentin
Carmens Bücherkabinett

Kommentare:

  1. Hallo Moni,

    vielen Dank für Deinen Kommentar. Ich habe den Link zu Deiner Rezension bei mir ergänzt.

    LG
    Carmen

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  2. Hm... klingt insgesamt nicht uninteressant. Für mich sowieso, bin ja in einer Weinregion (Mosel) geboren. Aber man darf wohl nicht zu viele Erwartungen an das Buch haben. Scheint eher als Ferienlektüre zu taugen. Danke für die Rezension.
    Liebe Grüße, Jürgen

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    1. Ja, Ferienlektüre trifft es ganz gut. ;)
      LG, Moni

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  3. Vielen Dank fürs Verlinken :-) Das mache ich auch bei mir ..L.G. Annette

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    1. Danke, dass du meine Rezi auch bei dir verlinkst.

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